Apologie des Rassebegriffs: Die Zerstörung von Gert Scobel

Veröffentlicht am 19. November 2020 um 15:36

Gert Scobel versuchte sich vor einiger Zeit am Kunststück die Falschheit von Rassismus unter Abwesenheit dessen Definition zu vermitteln. Sichtlich emotional befangen sicherte er sich die Überzeugung der Zuschauerschaft nicht mit stichhaltigen Argumenten, sondern mit gewissenhaften Gesten und einem possierlich anmutenden Hemd. Vom Prinzip des jeder Erkenntnistheorie hohnsprechenden Schließens unbeeindruckt, bestärkte sich bei der regulären Masse dergestalt das Bewusstsein von der Ungültigkeit des Rassebegriffs. Zwar konnte man als Zuseher nichts über den eigentlichen Gegenstand der Untersuchung erfahren, dafür aber, indem sich moderne Vorstellung über die Beschaffenheit der Welt bestätigten, die von hiesigen Institutionen kontinuierlich als wohltuende Medizin in die zeitgenössischen Seelen injiziert werden, mit einem ausgeprägten Wohlbehagen und verschärften Konturen der kulturellen Identität aus dem Video hervorgehen.

 

Mein Einspruch, darüber mache ich mir keine Illusionen, wird dieser Wirkung nichts entgegenzusetzen haben: das Konzept der Rasse, sei von ihm auch das primitive Verständnis historischer Gesellschaften abgeschüttelt, erzeugt in der Regel keinen Mehrwert für Subjekte, die innerhalb eines antirassistischen Paradigmas sozialisiert wurden.

 

Die autonomen Geister allerdings, die von dieser Logik nicht vereinnahmt werden und sich von der unprofessionellen Produktion nicht beirren lassen, sind angehalten das nachstehende Video und Transkript desselben als Brunnen der Aufklärung zu verwerten, in dem sämtliche Argumente, die benötigt werden, um die Tricks antirassistischen Propagandisten zu entlarven, darauf warten gelüftet und über jene Schafsköpfe gegossen zu werden, die meinen sie mit törichtem Selbstbewusstsein darbieten zu müssen. 

 

 

Transkript

 

0:45

Es dauert nicht lange, bis er sein heteronomes Bewusstsein preisgibt. Er denkt es wäre völlig natürlich, völlig normal, dass der Begriff von Race bei ihm ein Befremden hervorruft. In Wahrheit entsteht dieser Eindruck aber selbstverständlich nur, weil die Bevölkerung innerhalb einer bestimmten geographischen Zone, in der auch er sich aufhält und in der sich vor nur ein paar Jahrzehnten barbarische Begebenheiten zutrugen, vom Ensemble der Institutionen, die in dieser Zone vorwalten, genau darauf konditioniert wurden. Kurzum: Man empfindet den Begriff hierzulande als abstoßend und unzulässig, weil er von Nazis verwendet wurde - das ist der einzige Grund. Deshalb käme man in den Staaten auch überhaupt gar nicht auf die Idee diese Frage an sich bereits in irgendeiner Form problematisch oder als herabwürdigend zu werten.

 

2:05

Rhetorisch nicht unklug formuliert: indem er von grundsätzich spricht, berechtigt er sich selbst sich ausschließlich auf das für den Menschen verfügbare Arsenal an Genen zu beziehen, und unterschlägt dabei die Spezifität deren Zusammensetzung und Zusammenwirkung bei einer individuellen menschlichen Lebensform; ebenso wie deren tendenzielle Ähnlichkeit bei Menschen, deren Vorfahren unter ähnlichen Umweltbedingungen lebten, wie man es anhand phänotypischer Merkmale wie der Hautfarbe bezeugen kann. Davon abgesehen ist sein Ausspruch aber so oder so falsch: zum einen verfügen schlicht nicht alle Menschen über die selben Gene, zum anderen ist selbst bei der selben Identität des Gens die Struktur und Variation einzigartig, also defacto nicht gleich. Auch hier ähneln sich die Strukturen und Variationen tendenziell deren mit ähnlicher Abstammungsgeschichte.

Im Übrigen könnte Scobel die selbe Behauptung in Bezug auf Tierarten aufstellen. Sie wäre dann nicht mehr oder weniger zulässig. Vielleicht referiert er aber auch einfach auf den Umstand der 99-prozentigen Übereinstimmung des Erbguts unter den Menschen und versucht die Ungleichheit mit dem "grundsätzlich" unscheinbar wegzuwischen. Nun, selbst das von einer Maus ist zu 99% mit unserem identisch; das Genom einer Banane stimmt mit 50% mit dem eines Menschen überein. Das Entscheidende sind eben die Unterschiede!


3:24

Hier sagt er völlig richtig, dass die genetische Diversität innerhalb unserer Spezies ziemlich groß und sehr komplex ist, und man deshalb eben auch keine konkreten Abgrenzungen mit Anspruch auf empirische Gültigkeit vornehmen kann. Das Problem hierbei ist jedoch, dass damit der Begriff oder sagen wir das Konstrukt der Rasse nicht unterminiert, mit dieser Feststellung der Begriff nicht unzulässig wird. Das ist es, was die ganzen selbstgefälligen Antirassisten nicht begreifen: sie verstehen nicht, dass es sich beim Konstrukt der Rasse um ein Fluidum handelt: die Übergänge seiner Unterkategorien sind fließend, wie auch bei anderen Konstrukten. Ziehen wir politische Begriffe heran: die Konstrukte des Konservatismus und Liberalismus zum Beispiel - wo genau sind die Grenzen für die gesellschaftlichen Tatbestände und politischen Ansichten, die von ihnen subsumiert werden? Kann nicht vielleicht sogar ein und der selbe Tatbestand von beiden Begriffen subsumiert werden? Wie verhält es sich bei Farben? wann wird gelb zu orange, violett zu blau, wann Himmelblau zu Azurblau, warum kann man unterschiedliche Farben unter einen Begriff subsumieren? Man sieht, definierte Grenzen sind keine Bedingung für die Sinnhaftigkeit von Konstrukten. Entgegen der Unterstellung von Scobel, setzt auch das der Rasse keine linearen Abgrenzung voraus, sondern rekurriert schlicht auf die biologische Konstitution eines Lebewesens und erkennt an,
dass sie das Resultat der historischen Umweltbedingung seiner Vorfahren ist. Der Begriff der Rasse beschreibt dieses Verhältnis, verschafft dieser Erkenntnis einen Ausdruck. Da phänotypische Merkmale wie bswp. die Hautfarbe an sich keinen Wert für das Wesen eines Menschen haben, aber sehr wohl ein Indikator sind für die historischen Umweltbedingungen der Vorfahren, mit denen Selektionsfaktoren korrelieren, lassen sich auf Basis der phänotypischen Merkmale tendenzielle Dispositionen, tendenzielle Anlagen zuschreiben, insofern die Anzahl der Menschen mit diesen Merkmalen groß genug ist. Hingegen sind Rückschlüsse auf das Individuum deshalb nicht sinnvoll, da der kausale Zusammenhang zwischen den Umweltbedingungen der Vorfahren und des Wesens eines Zeitgenossen von der Varianz aufgehoben wird.

Da der Begriff der Varianz wirklich essentiell ist, folgt eine kurze Analogie zwecks einer anschaulichen Definition: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Münze auf Kopf oder Zahl landet, ist jeweils 50%. Wirfst du nun die Münze allerdings bloß zehn mal, so wird das Ergebnis höchstwahrscheinlich nicht mit dem Wahrscheinlichkeitswert übereinstimmen. Die Abweichung zum erwartenden Wert, bezeichnet man als Varianz. Wir können die spezifischen Umweltbedingungen der Vorfahren eines Individuums, generell seine Abstammungsgeschichte keineswegs präzise nachvollziehen; dasselbe gilt für die unmittelbaren Einflüsse des Milieus, allgemein für die unmittelbaren Lebensverhältnisse. Analog figuriert: wir verfügen nicht über die Informationen der physikalischen Kräfte, die bei den einzelnen Münzwürfen am Werk sind, und können deshalb nicht vorhersagen, wie oft sie bei 10 Würfen auf Kopf oder Zahl fällt. Aufgrund der materiellen Beschaffenheit der Münze können wir nur den Wahrscheinlichkeitswert auf jeweils 50% festlegen. Je öfter wir nun aber die Münze werfen, desto wahrscheinlicher wird sich das Ergebnis den erwartbaren Wert von jeweils 50% annähern. Nicht selten gibt es beim Roulette Serien, wo die Kugel über 10 mal in der Fuge der selben Farbe zum Stillstand kommt; wo der Spieler bei der ersten Wette, trotz einer 37:1 Chance auf eine Zahl gewinnt. Da die unbekannten Faktoren (individuelle Lebensverhältnisse, sowohl historische als auch unmittelbare), die Stoßkraft mit der die Münze geworfen wird in einem bestimmten Rahmen variieren, es sich bei der bekannten Information, der Beschaffenheit der Münze, des Roulettekessels aber um eine Konstante handelt, versiegt das Phänomen der Varianz mit der zunehmenden Anzahl der Probe bzw. des Gegenstands der Untersuchung gemächlich und dem erwartbaren Wert wird sich unter Garantie angenähert. Das Äquivalent für Kopf oder Zahl sind Selektionsfaktoren, die von bestimmten Lebensräumen und Lebensbedingungen, auch von bestimmten kulturellen Umständen, die die Existenz einer charakteristische Gruppe von Menschen
kennzeichneten, hervorgerufen werden. Im Gegensatz zur Beschaffenheit der Münze oder des Roulettekessels können wir diese zwar nicht empirisch erfassen, jedoch wissen wir, sei es durch den Phänotyp oder historische Zeugnisse, das eine charakteristische Form des Lebens stattgefunden hat, die sich, wenn vielleicht auch nur vage, unterschied von der der anderen Menschengruppen. Da also diese Differenz feststeht und bei Kollektiven mit einheitlichen phänotypischen Merkmalen, Charakteristika, ob in der gegenwertigen oder historischen Empirie, ob auf lokaler oder globaler Ebene, als Muster, die von der Variation der unmittelbaren Umwelteinflüsse unbeeindruckt sind, in Erscheinung treten und statistisch erfassbar sind, liegt die Annahme, wir haben es hier partiell mit Auswirkungen evolutionsbiologischer Mechanismen zu tun, mehr als nur nahe. Da, wo sie mit dem Blick auf das Individuum, aufgrund der Varianz, des Wesens der Wahrscheinlichkeit noch unsichtbar sind, machen sie sich bei zunehmender Anzahl als Tendenz bemerkbar. Wer nun einwenden will, die erfassbaren Muster stehen in keinem Zusammenhang mit evolutionsbiologischen Mechanismen, der müsste, erstens, eine andere einheitliche Ursache für sie präsentieren, und zweitens, auf eine andere Wirkung der evident unterschiedlichen Umweltbedingungen, der Selektionsfaktoren hinweisen.

Insofern die Menge der Menschen groß genug ist, reichen die Gewissheiten, die wir durch phänotypischen Merkmale und historische Zeugnisse erhalten (Spezifität der historischen Umweltbedingungen der Vorfahren, Spezifität der Selektionsfaktoren) aus, um die als Muster auftretenden Charakteristika als unabdingbare Tendenzen einzuordnen. Nun folgt daraus nicht, um Missverständnisse zu vermeiden, die Determination der individullen Wesenszüge durch die individuelle Disposition, sondern nur, dass der Weg zu den Fähigkeiten, Eigenschaften, für die man keine Disposition hat, sich entsprechend steiniger gestaltet als bei einem Individuum, das sie hat, und umgekehrt. Ebenso wenig garantiert der Phänotyp bestimmte Dispositionen des Individuums. Da die unbekannten Faktoren, bspw. unmittelbare Umwelteinflüsse, die das Individuum au einen Weg führen, der sich mit seinen Anlagen kreuzt, oder auch das Ausbleiben der Wirkung historischer Selektionsfaktoren, bedingt durch Daseinsformen der Vorahren, die aus dem Raster des Regulären fielen, nicht kalkulierbar sind, gilt die Determination nur für das Kollektiv, eben da, wo die Varianz keine entscheidende Rolle mehr spielt.

 

10:48

Nun, das ist zum einen pauschal formuliert schlicht falsch, da er hier die spezifische Erkenntnistheorie des Positivismus oder des konstruktiven Empirismus beschwört, nach deren Standard sämtliche Thesen seiner anderen Videos ebenso ungültig wären, zum anderen falsch, da Thesen, die Rassen unterstellen, sehr wohl in diesem Sinne falsifizierbar sind, im Gegensatz zu den zeitgenössischen Thesen des Rassismus, geschweige denn der des strukturellen Rassismus. Auch deshalb sind die ja beim Fußvolk auch so angesagt: da man nach keinem Standard falsifiziert werden kann, kann man sich jede kognitive Anstrengung sparen und sich dennoch ins Licht des Intellektuellen rücken.

 

11:47

Aufbauend auf die Erläuterung eben, spricht er nun gleich von einer sogenannten "Pseudotheorie". Seine Bemühung sie zwanghaft auf diese Weise einzustufen ist nicht uninteressant, da er damit ihre Legitimität überhaupt in Frage stellt, völlig unabhängig davon, ob sie korrekt ist oder nicht. Und warum ist sie nicht legitim? Weil sie vom bestehenden Machtapparat nicht gestattet wird - und das ist einfach nur eine neutrale Feststellung meinerseits und keine Bewertung. Die Sinnhaftigkeit des Konzepts der Rasse an sich wurde von der Wissenschaft zu keinem Zeitpnkt widerlegt, sie wurde stattdessen im Westen nur flächendeckend zensiert - und da sie samt ihrer Fürsprecher zensiert wird, entsteht für die reguläre Hohlbirne, die unfähig ist autonom zu denken, der Eindruck sie sei wissenschaftlich widerlegt, weil ja ausschließlich nur noch die Opposition dazu in Bildungseinrichtungen und allgemein in der organisierten Öffentlichkeit stattfindet. Ein Verständnis, das von einer völligen Ignoranz gegenüber diskursiven Machtstrukturen zeugt.

 

12:59

Ja, natürlich ist sie nicht automatisch rassistisch, aber warum? Tatsächlich ist es, entgegen der Behauptung der zeitgenössischen Antirassisten, eben nicht so, dass die Bedeutung von Race eine andere ist als die von Rasse; es unterscheiden sich bloß die Definitionen von Rassismus. In Amerika findet das Konzept der Rasse, der Bezug auf die Abstammung selbstverständlich in der Öffentlichkeit statt. Wenn wir also diese Bezugnahme alleine schon als Rassismus definieren würden, müsste man jeden zweiten Bürger in den Staaten, insbesondere die Minderheiten selbst als Rassisten einstufen; weshalb die Definition der Straße dort eben auch eine andere ist. Für das allgemeine Verständnis von Rassismus in den USA reicht das bloße Adressieren der Rasse nicht aus, da die Herabwürdigung fehlt, die in der geographischen Zone, in der Scobel residiert, jedoch idiotischerweise bereits unterstellt wird, sobald man nur von Rasse spricht. Sich hierzulande auf die Abstammung zu beziehen bedeutet bereits Rassismus. Diese automatische, ja intuitive Unterstellung, die zumeist eine Folge von ideologischer Programmierung ist und die sodann von allen konformen Subjekte vollzogen wird, kann nebenbei auch auf eigene unterdrückte rassistische Instinkte hindeuten. Das Adressieren der Abstammung wird willfährig vermieden, weil der eigene rassistische Instinkt ansonsten unwillkürlich den subtilen Eindruck der Minderwertigkeit bestimmter Menschen hervorrufen würde. Das ist zumindest, neben Dummheit und identitäre Interessen, eine der zusätzlichen Ursachen für individuellen Antirassismus in unserer Zeit.

Die empirischen Gegebenheiten im Westen können es in jedem Fall nicht sein, da es in diesem Territorium schlicht und ergreifend keine Bezugspunkte gibt, die strukturellen oder systematischen Rassismus belegen würden. Ganz im Gegenteil: untersucht man die Verfahrensweisen der Institutionen im Westen, so kann man nur einen institutionellen Antirassismus attestieren. Die antirassistische Hysterie ist paradoxerweise die Signatur dieses institutionellen Antirassismus selbst. In Regionen, wo tatsächlich Rassismus grassiert, wird der Antirassismus nicht geduldet, geschweige den begrüßt, wie es in unserer Kultur flächendeckend geschieht. Warum gibt es bspw. keine antirassistischen Agitationen in Japan? Nun, weil die Bedingung der Möglichkeit dafür u.a. eine antirassistische Einwanderungspolitik ist, die es dort nicht gibt und die nirgends so vehement vollzogen wird als im Westen. Ferner benötigst du natürlich auch eine Medienlandschaft, die antirassistische Narrative bewirbt; auch hier ist der Westen der Spitzenreiter. Letztendlich sind auch die antirassitischen Agitatoren Ausflüsse des institutionellen Antirassismus, sie sind, insofern ihre Anliegen nicht bloßes Kalkül ist, Produkte der Kultur, die sie anprangern. Mit anderen Worten: unbewusste Konformisten oder - schonungsloser formuliert - heteronome Subjekte.

 

16:53

Ja, der Begriff der Ethnie bezieht sich halt auf kulturelle Gegebenheiten, nicht wahr? Er adressiert eben nicht konkret die Biologie, wie es der Begriff der Rasse macht. Eben gerade deshalb benötigen wir ja auch diesen oder einen synonymen Begriff, um gesellschaftliche Phänomene vollends zu begreifen. Und, wie bereits erwähnt, stimmt es schlicht nicht, dass Race eine andere Bedeutung hat als Rasse. Schliesslich gibt es natürlich im Englischen den Begriff der Ethnie ebenso, der auch angewandt wird, wenn er angemessen ist, ergo, wenn man sich nicht auf biologische Aspekte bezieht.

 

18:22

Wie gesagt, die phänotypischen Merkmale sind Indikatoren der ungefähren Abstammungsgeschichte, der historischen Umweltbedingungen der Vorfahren, und damit ein Hinweise auf tendenzielle Dispositionen einer Gruppe mit diesen Merkmalen, nicht aber auf die des Individuums mit diesen Merkmalen. Ein Individuum danach zu beurteilen und in irgendeine Schublade zu stecken, ist also in der Tat unangebracht. Der Begriff der Rasse verliert dadurch nur nicht an Wert oder wird gar unzulässig.

 

19:17

Definitiv nicht, nein; aber du kannst natürlich die Wahrscheinlichkeit bestimmen. 

 

20:00

Er sagt es hier selber: wir alle erleben Diskriminierung. Wir kennen es alle, ob aufgrund der sozialen Herkunft, der(s) damit im Zusammenhang stehenden Sprache und Gebarens, des Aussehens, des Geschlechts, der körperlichen Tauglichkeit, der Intelligenz, der Religion, der Sexualität, der Interessen allgemein. Die Frage, die sich hier stellt, ist, warum Scobel ausgerechnet über die Diskriminierung anlässlich der Rasse so ein Video produziert, obwohl von sämtlichen Organen mit politischer und kultureller Macht, dieser Diskriminierung ohnehin entgegengewirkt wird; warum ist es ausgerechnet diese Diskriminierung, die alles kaputt macht und bspw. nicht die Diskriminierung puncto sozialer Herkunft? Nun, weil er vom institutionellen Antirassismus auf diese Ansicht konditioniert wurde. An der Stelle möchte ich auch betonen, dass es sich bei den seltenen Einzelfällen, die man heutzutage gemeinhin als Rassismus bezeichnet, tatsächlich in aller Regel um keine Diskriminierung auf Basis der Rasse, sondern auf Basis des Aussehens handelt. Um sich für Rassismus zu qualifizieren, benötigt der Übeltäter selbst ein Konzept von kategorischen Rassen, in der er das Opfer mit der Absicht es herabzuwürdigen einordnet. Aufgrund des institutionellen Antirassismus und des damit korrespondierenden Tabus des Phänomens der Rasse besteht diese Motivlage nur bei einem verschwindend geringen Teil entsprechender Diskriminierungsfälle. In den meisten dieser  Fälle handelt es sich um Lookismus; heißt, die Diskriminierung und Herabwürdigung rein auf Basis des Aussehens. Wenn du einen Summe von Menschen hast, die sich äußerlich alle ähneln, und dann plötzlich sich jemand zu ihnen gesellt mit offensichtlichen Abweichungen zu diesem Aussehen, wie eben bspw. die der Hautfarbe, dann besteht natürlich die Wahrscheinlichkeit, das in irgendeiner Form ein Herabwürdigung stattfindet. Dasselbe gilt auch für andere in einem bestimmten Kontext als abnorm begriffene Attribute eines Menschen, von denen ich vorhin einige Möglichkeiten aufzählte. Diskriminierung fußt eben selten auf eine Ideologie, geschweige denn eine Ideologie des Westens und der Weißen, sondern ist in der Regel ein Naturverhältnis. Warum denkst Scobel werden Albinos in Afrika verfolgt, um nur ein Beispiel zu nennen? Haben sie die Diskriminierung anlässlich der Hautfarbe von den Europäern gelernt? Nein, es ist eben genau umgekehrt als es Scobel und seine den öffentlichen Diskurs dominierenden Gesinnungsgenossen dem unbedarften Bürger weismachen wollen: Es ist die Opposition zu Diskriminierungen, die man tendenziell als Ideologie einstufen muss. Der Diskriminierung zu widerstehen muss man lernen, ihr entgegenzuwirken heißt meist naturwüchsigen Impulsen zu widerstehen. Und nirgends wird die Opposition zu Diskriminierungen besser gelernt und forciert als im Westen: Seine Kultur taugt am wenigsten als Exempel für entsprechende Systematiken.

 

23:11

Nun, obwohl keine entsprechenden Studien verlinkt wurden, habe ich keine Zweifel, dass diese Unterschiede bestehen. Die Frage, die sich stellt ist, worauf man sie zurückführt und in welcher Relation sie zu anderen Ungleichheiten stehen. Natürlich wird es bspw. den ein oder anderen Vermieter geben, der seine persönlichen Präferenzen hat, die manchmal auf Vorurteile, manchmal auf Erfahrungswerte beruhen. Die ethnische Minderheit in einem Land kann es hier schwerer haben, da die Ethnie des Vermieters sich sehr wahrscheinlich von der eigenen unterscheidet. Diese Feststellung an sich indiziert, geschweige denn beweist aber nicht das Wirken einer sündhaften Ideologie. Präferiert, ob ungerechtfertigt oder nicht, wird in menschlichen Zivilisationen, was rede ich, in der Natur generell auf allen Ebenen. Diesen Umstand einfach festzustellen bedeutet gar nichts. Man müsste schon die Unverhältnismäßigkeit dieser Benachteiligung bei der Wohnungssuche beweisen, heißt, sie vergleichen mit den Benachteiligungen, die in anderen Sektoren des sozialen Gefüges stattfinden. Besteht bspw. eine gravierende Diskrepanz zur Benachteiligungen von Arbeiterkindern im Bildungssystem, besteht sie zur Benachteiligung von älteren Menschen am Arbeitsmarkt, besteht sie zur Benachteiligung von Behinderten Menschen am Arbeitsmarkt, besteht sie zur Benachteiligung von Männer im Justizsystem, besteht sie zur Benachteiligung von Unattraktiven Menschen auf Datingplattformen, etcetera. Erst wen dem so wäre, und dem ist natürlich so, hätte man ein klares Indiz für die Präsenz dieser Ideologie mit einer spezifischen Historie, ein Indiz für Rassismus. Da es sich aber bei dieser Benachteiligung keineswegs um eine Unverhältnismäßigkeit handelt, deutet die Herausstellung von Scobel auf die Präsenz einer anderen Ideologie hin: auf die des Antirassismus.

Er ist auch verantwortlich für die Ignoranz gegenüber der betriebswirtschaftlichen Rationalität, die verantwortlich ist für die Einkommenskluft zwischen In- und Ausländer. Ein Kapitalist, der selbstredend sämtliche Entscheidungen trifft mit dem Motiv seinen Profit zu maximieren, bezahlt seinen Angestellten nicht mehr als auch wirklich notwendig. Menschen, die aus Herkunftsländern mit niedrigen Wohlstandsniveau nach Deutschland eingewandert sind, haben naturgemäß einen niedrigeren Anspruch als deutsche Staatsbürger, der von den Arbeitgebern für ihre Zwecke instrumentalisiert wird. Das ist natürlich ein - wenn auch nicht der entscheidende - Grund, warum eine liberale Einwanderungspolitik fester Bestandteil des hegemonialen Diskurses ist.

Machen wir's kurz: Diese Tests, die Scobel anspricht, haben Ungleichheit festgestellt, keinen Rassismus. Den konnte Sobel aufgrund seines reduktionistischen Weltbild einfach unterstellen. Wie könnte es auch anders sein? Wenn sich mal die Vorstellung der Gleichheit aller Menschen ins Bewusstsein eingeschrieben hat, bewertet man zwangsweise jede Ungleichheit als einen Beweis für Diskriminierung.

 

Und nein: diese Umstände sind sicherlich nicht zu vergleichen mit Judenfeindlichkeit oder Hass auf den Islam. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man auf diese Vergleiche kommt; es ist schlicht völlig absurd. Bei solche Aversionen handelt es sich im Kontrast zu den Beispielen, die Scobel eben angeführt hat, um konkrete Degradationen und nicht um abstrakte Mechanismen und Gesetzmäßigkeiten, die dann fälschlich auf rassistische Ideologiemuster zurückgeführt werden. Darüber hinaus zielt die Aversion gegen den Islam oder generell gegen eine Religion überhaupt nicht auf die biologischen Konstitution ab, kann also überhaupt gar kein Rassismus sein. Im Übrigen: ich wäre an seiner Stelle eher vorsichtig hier Judenfeindlichkeit mit ins Spiel zu bringen, da das automatische Schließen auf Diskriminierung nach empirischen Feststellungen von Ungleichheiten puncto ökonomischer Positionierung nicht selten Antisemitismus brütet. Die Logik, mit der Scobel hier operiert, führt bei einer anderen Selektion der empirischer Daten zu Konklusionen, die perfekt in die nationalsozialistische Ideologie passen würden. Scobel ist aber offensichtlich geistig zu lädiert, um das zu begreifen.

 

27:20

Tja, der Begriff der Farbe qualifiziert sich nur leider ebenso für ein soziales Konstrukt und weist zudem, indem er sich nicht mal direkt auf auf einen empirischem Gegenstand bezieht, sondern bloß die Kategorie für Begriffe bildet, die das tun, nicht gerade ein geringes Abstraktionsniveau auf. Dennoch meint Scobel die Farben des Regenbogens wären kein soziales Konstrukt. Sind Farben, selbst wenn wir uns konkret auf eine bestimmte sich materialisierende Farbe des Regenbogens beziehen und zusätzlich davon absehen, dass sie bloß das Resultat einer Interpretation unseres Sinnesapparats sind, oder eben auch auch das Telefon, sind es denn keine Universalien und somit soziale Konstrukte? In der bloßen Natur gibt es nur Einzelphänomene, keine Universalien. Der Zusammenhang der materiellen Entitäten, die wir als Telefon, Regenbogen, Baum, T-Shirt, Fußball etc. betiteln, wird von uns Menschen hergestellt und besteht ohne entsprechende Absicht in der bloßen Dimension des Materiellen nicht. Man fragt sich jetzt vielleicht, warum ich Zeit vergeude auf diese Torheit von Scobel überhaupt einzugehen, wenn sie doch scheinbar nichts mit dem ausgeschriebenen Thema zu tun hat? Nun, Intellektuelle von diesem Typus weisen beim Versuch biologische Tatbestände abzuweisen in aller Regel darauf hin, dass es sich bei Begriffen, die versuchen sie zu bezeichnen, um soziale Konstrukte handelt. Im Brustton skandieren sie die Erkenntnis: Rasse sei ein soziales Konstrukt, und denken sie hätten mit dieser korrekten Zuschreibung die Richtigkeit ihrer Position untermauert, währenddessen sie weiter festhalten an dem Konstrukt der Ethnie, des Kapitalismus, an Faschismus, Liberalismus, Konservatismus, Demokratie, Kapital, Arbeiter, an Weiß, Poc, an Links und Rechts, selbstredend ohne die amüsante Inkonsistenz zu realisieren. Jede Universalie ist ein soziales Konstrukt - nicht jede bewährt sich allerdings bei der Prüfung auf Sinnhaftigkeit, wie zum Beispiel die politischen Kategorien von Links und Rechts, mit denen natürlich auch die zeitgenössishen Antirassisten in infantiler Manier operieren, währenddessen sie vom Begriff der Rasse, der tatsächlich vermag nützlich zu sein für das Verständnis von gesellschaftlichen Prozessen, nicht nur nichts wissen wollen, sondern militant darauf bestehen, er wäre ein sozialees Konstrukt und deshalb unzulässig!

 

29:57

Richtig: das Gefühl Rassismus zu erfahren belegt nicht seine tatsächliche Präsenz. Soll er sowohl diesen Umstand als auch den, dass der Begriff selbst auf die Kategorie der Rasse rekurriert, mal den ganzen postmodernen Subjekten darlegen und ihnen erklären, dass die meisten Situationen, die sie als rassistisch einstufen de facto nicht rassistisch sind, oder dass es Rassismus auch gegen Weiße geben muss. Wäre bestimmt amüsant. In Wahrheit - und das weiß jeder vernunftbegabte - wurde ja die Definition des Begriffs mutwillig modifiziert, um die Existenzberechtigung des Antirassismus, die mit ökonomischen und identitären Interessen einhergehen, aufrechtzuerhalten.

 

30:57

Es ist schon wirklich sehr lustig, wie er sich hier komplett verläuft und den Begriff des Rassismus, der das Böse definieren soll, gleichsetzt mit den anderen Begriffen, die gemäß der Ideologie, die er hier bewirbt, selbst böse sind.

Als hätte man sich selbst den Rassismus auf die Fahnen geschrieben; als hätte man überall dort, wo Menschen mit unterschiedlichen phänotypischen Merkmale degradiert wurden und Unrecht erfuhren, am Leitfaden einer klar definierten Ideologie mit dem Titel Rassismus operiert. Wer so projiziert, macht sich der Ignoranz gegenüber der menschlichen Natur nicht geringfügig verdächtig. Die Sorte des Intellektuellen, die so verfährt, verneint den Hang des Menschen, den Hang von allem Lebenden überhaupt die Wertigkeit des Anderen, Fremden, Unzugehörigen unter die des Gleichen, Bekannten, Zugehörigen zu stellen, und ist deshalb gezwungen Begriffe wie Rassismus zu instrumentalisieren, um einerseits zu vermeiden, dass ihm historische Vorgänge nicht als ein Rätsel erscheinen, und andererseits das eitle Bedürfnis nach dem Einklang der Welt mit der eigenen psychophysiologischen Verfasstheit zu befriedigen. Mit seinem Unternehmen das hohe Abstraktionsniveau des Begriffs Rassismus darzulegen, schießt er sich - stellvertretend für das egalitäre Weltbild - aber ins eigene Bein und suggeriert durch die vorgenommene Dekonstruktion die Unzulässigkeit der eigenen Einstufung der aufgegriffenen sowohl historischen als auch gegenwärtigen Szenarien. Mit der unbewusst implizierten völligen Verneinung des Rassismus überbietet er so gut wie jeden Opponenten des zeitgenösssischen Antirassismus, der mit dem Blick auf historische Geschehnisse bloß zwischen dem rassistischen Zeitgeist einer Epoche, der mit Bewertungsmustern einhergeht, die die Kategorien vereinnahmten, und den Kategorien an sich differenziert.

Vor diesem Hintergrund versteht man nun jedenfalls auch, wieso Scobel im ganzen Video nicht einmal den Versuch unternimmt den Begriff Rassismus zu definieren, sondern nur Phänomene herausstellt, die bereits entsprechend eingestuft sind. Über das ganze Video hindurch übersteigen seine Zuschreibungen nie den Rang der bloßen Behauptung: Dies oder jenes Ereignis war rassistisch, dies oder jenes Verhalten ist rassistisch. Er kann nicht anders! - weil er mit dem Unternehmen des Definierens, des Erklärens, warum dies oder jenes rassistisch ist, demonstrieren würde, dass das Konzept von Rassismus den Geschehnissen auferlegt wird und es nicht den Ermöglichern der historischen Barbarei selbst entstammt; es eben gerade kein Produkt von Rassisten ist, sei die Etiketterierung zulässig oder nicht, sondern von ihren Opponenten.

 

34:20

Ähm, nein, Verletztwerden im psychologischen Sinne setzt natürlich immer ein Bewusstsein voraus, das verletzt werden kann. Ein Wort auszusprechen, das niemand hört, kann nicht verletzend wirken.

 

34:39

Naja, man kann es verwenden, um sich über Leute lustig zu machen, die sich aufgrund von Wörtern empören, die nicht rassistisch sind, oder man kann stumpfsinnige Rassisten kopieren und macht sich über diese lustig. Je nachdem, es gibt viele Anlässe jenseits von Degradation.

 

35:00

Aha - Wörter an sich sollen also Verachtung bedeuten, unabhängig von der Intention, dem Motiv, der Gedanken, die man versucht mithilfe eines Wortes und Sprache allgemein in die Außenwelt zu transportieren? Mit der Logik sind Künstler, Schauspieler, Kabarettisten, auch alle Menschenfeinde, da sie ja zwangsläufig bestimmte Begriffe artikulieren, die an sich verwerflich sind. Davon abgesehen, ist das N-Wort auch nicht rassistisch, sondern einfach nur eine Klassifikation, die vorgenommen wurde, als ein rassistischer Zeitgeist vorherrschte. Der reguläre Trottel unserer Zeit verwechselt den Zeitgeist mit einer notwendigen Klassifikation einer empirischen Universalie. Sein Typus denkt, die Herabwürdigung von Schwarzen in dieser Zeit wird vom Begriff selbst mitbeinflusst. Aus diesem Grunde meint seine Sorte auch, dass die Bezeichnung als Schwarz ebenso rassistisch sei, da diese Klassifikation auch ursprünglich stattfand als ein rassistischer Zeitgeist vorherrschte, den er eben abstruser Weise auf den Begriff selbst projiziert, obwohl damit einfach nur nüchtern die Pigmentierung der Haut adressiert wird. Die Notwendigkeit von Klassifikationen, allgemein das Utilisieren von Sprache für das Einordnen von visuell ersichtlichen Universalien bestand nun mal auch in rassistischen Epochen. Hätte man damals Menschen mit schwarzer Hautfarbe Poc's genannt, so wäre die gleiche Herabwürdigung am Werk gewesen. Warum? Weil der Zeitgeist verantwortlich ist für die Herabwürdigung, nicht der Begriff, vorausgesetzt sie wohnt ihm nicht auch inne. Das N-Wort leitet sich nun mal bloß vom lateinischen Schwarz ab, und ist an sich ein neutrales Mittel fur die Kategorisierung von Menschen mit einer ähnlichen Abstammungsgeschichte. Der Begriff ist das Äquivalent zu Kaukase oder Mongolide beispielsweise. Da es sich eben bloß um eine nüchterne Kategorisierung handelt, entstanden damals auch separate Begriffe, die explizit darauf abzielten zu degradieren.

 

37:31

Ja, nur wurden halt diese Sklaven wegen ihrer phänotypischen Merkmale so bezeichnet, nicht weil sie Sklaven waren. Scobel legt uns hier nahe, dass man sich mit der Verwendung des Begriffs über Sklaverei lustig macht. Das ist schon alleine deshalb völlig irrsinnig, weil Sklaverei überhaupt keine Institution ist, die auf Rassismus fußt, sondern auf Machtverteilungen. Versklavt wurden in der Menscheitsgeschichte Subjekte, die keine Macht hatten, völlig unabhängig von der Rasse. Der Begriff Sklave selbst bspw. leitet sich von Slawe ab, eben aufgrund dessen, weil damals von den Römern überwiegend Slawen versklavt wurden. Sie versklavten sie nun nicht extra, weil sie bestimmte phänotypische Merkmale aufwiesen und schöpften auch keinen speziellen herabwürdigenden Begriff. Sie wurden schlicht versklavt, weil sie die Gebiete besiedelten, die von Römern erobert wurden, und genau wie mit dem N-Wort blieb der neutrale Begriff zur Kategorisierung einfach bestehen. Niemand käme aber auf die Idee jemanden Menschenverachtung zu unterstellen, weil er Slawen kategorisiert. Über die vermeintliche Herabwürdigung von Slawen durch die Verwendung des Begriffs macht Scobel kein Video, nein, er kümmert sich nur um die vermeintliche Herabwürdigung von Afrikanern durch das N-Wort. Warum? Nun, aufgrund des institutionalisierten Antirassismus, der im Westen prävaliert und der Scobel's Geisteswelt entscheidend mitprägt.

 

39:42

Ja, diese Taten waren rassistisch. Niemand würde das abstreiten. Was will uns Scobel damit sagen? Weil Menschen in der Vergangenheit teils rassitisch motiviert abscheulich handelten, soll das N-Wort problematisch sein? Er meint wohl wirklich, der König hätte anders gehandelt, wenn man die Afrikaner als Poc's kategorisiert hätte.

Was ist eigntlich mit Juden? Mit den Begriff hat er anscheinend ja auch kein Problem. Warum sollte ich an der Stelle dieses Königs jetzt nicht Adolf Hitler setzen und Scobel Menschenverachtung vorwerfen, weil er bereits mehrmals von Juden sprach? Man merkt, seine Argumentation ist hanebüchen: man darf das N-Wort nicht verwenden, weil Sklaverei mal existierte. Nevermind, dass Sklaverei an sich keine rassistische Institution ist und die Schöpfung des zu Rede stehenden Begriffs nichts mit dem Umstand der Versklavung zu tun hat. Unabhängig davon wurden die schwarzen Sklaven von Nordamerika von Weißen auch nicht versklavt, sondern von Arabern oder Afrikanern gekauft - versklavt waren sie bereits. Da der Rassismus aber ja bloß eine Ideologie des Westens und des Weißen Mannes zu sein scheint, und die Sklaverei nach der Suggestion von Scobel darauf aufbaut, wurden diese Sklaven von den Arabern und Afrikanern bestimmt exzellent behandelt, bis sie von den bösen Weißen gekauft wurden. Auf Hautfarbe basierenden Rassismus unter Afrikanern gibt es zudem generell nicht, da es sich ja um eine Ideologie des Weißen Mannes handelt. Oder doch, und sie haben es bloß von den Weißen gelernt? Wenn aber nicht, und der Rassismus eine Konstante auf den Globus darstellte, nun lege die Erkenntnis nicht nahe, es handle sich um ein Naturverhältnis, das man mit Ideologie bekämpfen muss, wie man es bspw. im Wesen getan hat, weshalb er hier nur noch rudimentär und in Form von Einzelfällen besteht.

 

42:20

Ok, und jetzt sagen Sie mir bitte, was diese Taten mit dem N-Wort zu tun haben?; oder warum sie das Konzept der Rasse negieren? Einfach nur flapsig in die Kamera schauen und sein empörtes Unverständnis für vergangene Barbeirei kundzutun, die so gut wie jeder Zeitgenosse ablehnt, ist kein Argument. Genauso gut könnte er über die historische Barbarei im Hinblick auf psychisch Kranke oder Kriminelle referieren. Anstatt die vermeintliche Ideologie des Rassismus anhand der Begebenheiten zu definieren stellt er sie bloß heraus und verweist auf deren Schlechtigkeit. Durch die Moralpredigt, die daraus resultiert, lernt der Zuseher weder etwas über das Wesen noch über die Konstitutionsbedingungen von Rassismus. Scobel wird sich davon aber nicht beirren lassen und weiter in dieser Manier predigen
und nebenbei dann auch noch wissenschaftlich inkorrekte Behauptungen aufstellen. Überlassen wir ihm also für eine Zeit die Bühne.

 

44:43

Tja, das Problem ist, dass diese Querverbindungen und Überkreuzungen auch nicht vielfältiger auftreten als bei manchen Tierarten und die genetische Ausdehnung offensichtlich stringent genug vonstattenging, um für die Ausprägung gruppenspezifischer Kenngrößen, wie Hautfarbe, Körpergröße, Gesichts- und Haarstruktur, Hormonhaushalt, Größe der Geschlechtsorgane, Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten (um nur ein paar Offenkundigkeiten zu nennen, die das Wesentliche der Unterschiede erst indizieren) zu sorgen.

 

46:11

Ja, die Betonung liegt auf "kann", was aber ist wahrscheinlicher? Nun, tausend mal wahrscheinlicher ist, dass der genetische Unterschied zwischen dir und einem Menschen mit schwarzer Hautfarbe größer ist. Warum? Nun, weil die Hautfarbe eben auf eine ähnliche Abstammungsgeschichte hinweist. Zudem ist die Klassifizierung sowohl von Weiss als auch Schwarz ein ziemlich weites Feld. Der Begriff der Rasse beruft sich ja eigentlich, wie bereits angedeutet, nicht auf die Hautfarbe und erstellt zwangsweise eine Schwarze und Weiße Rasse, sondern eben auf das Verhältnis zwischen der biologische Konstitution und der historischen Umweltbedingungen der Vorfahren. Die biologische Konstitution kann sich selbstverständlich unter Weißen auch enorm unterscheiden, in ganz seltenen Fällen gar mehr als zwischen einem Weißen und Schwarzen. Wie gesagt, kommt das aber bei tausenden Vergleichen vielleicht einmal vor - und da hat man dann vermutlich einen autochthonen Skandinavier mit einem autochthonen Südeuropäer verglichen. Noch unwahrscheinlicher wäre es bei einem Vergleich von zwei autochthonen Skandinaviern. Warum wohl? Nun, weil die Gleichartigkeit der phänotypischen Merkmale auf die Gleichartigkeit der historischen Umweltbedingungen und entsprechende Selektionsfaktoren, die ihre Vorfahren ausgesetzt waren, hindeutet. Ob man nun Weiße und Schwarze als Rasse begreift oder die Grenzen enger zieht und Skandinavier bspw. von Slawen und Italienern abgrenzt, das Fluidum des Konstrukts der Rasse spendet Licht und verhindert, wie auch Erkenntnisse aus dem soziologischen Bereich, dass man bei der Analyse von Populationen im Dunkeln tappt, bei der Feststellung von Ungleichheiten eben nicht auf gut Glück auf eine nicht falsifizierbare Variabel (wie bspw. strukturellen Rassismus) schließt. Dasselbe gilt für die Ignoranz gegenüber unmittelbaren Umwelt- und Lebensbedingungen, auch für die ökonomische Lage: man wird bei einem unterkomplex-programmierten Blick auf die Welt, die Ungleichheiten stets auf einen Nenner bringen, der einer Gesellschaft gerade in den Kram passt. Heutzutage ist es in unserer Kultur eben der systematische Rassismus und ein System der weißen Suprematie, auch wenn diese These von den empirischen Daten besser widerlegt nicht sein könnte.

 

49:55

Hier ist es wieder, das Postulat der Gleichheit aller Menschen. Wir haben die selbe Hardware und Software. Dieser Standpunkt, nimmt man ihn tatsächlich buchstäblich, ist einer der bestwiderlegtesten, die es auf der Welt überhaupt gibt. Wie ideologisch programmiert muss eine Person sein, die nicht anerkennen will, dass die genetische Ausstattung entscheidend mitverantwortlich ist für bestimmte Begabungen und Talente, für kognitive und motorische Qualitäten, für das Gesundheits-und Temperamentniveau, für Unverträglichkeiten in unterschiedlichster Hinsicht, also nicht bloß den offenkundigen Fakt verneint, dass sich selbst unter Geschwistern die biologische Konstitution entscheidend unterscheidet, nein, es wird postuliert, es gäbe keine biologischen Unterschiede zwischen Menschen, die über Jahrtausende in unterschiedlichen Lebensräumen evolviert sind. Man sollte sich vom Dünkel der Wissenschaftlichkeit nicht täuschen lassen: wer solche Dogmen verinnerlicht, ist ein Anhänger einer Religion.

 

51:57

Wer anerkennt, dass bspw. die Hautfarbe oder auch diese Laktoseintoleranz von historischen Umweltbedingungen abhängig ist, hat bereits eingestanden, dass die biologische Konstitution sich zwischen Menschen mit unterschiedlicher Abstammungsgeschichte notwendig unterscheidet. Zur Biologie gehören aber nun mal auch Aspekte die man nicht mit freien Auge erfassen kann - und zwar den wesentlichen Anteil davon. Der Großteil der Unterschiede liegt also im Verborgenen. Die Summe dieser Unterschiede ist ein gewichtiger Faktor für für die Ungleichheiten von Bevölkerungsgruppen in sozialen Systemen, die sich auf lokaler wie globaler Ebene feststellen lassen und als Muster erkenntlich zeigen. Die zeitgenössischen Antirassisten, die in hysterischer Manier die tendenziellen Unterschiede des
Inneren, der nicht sichtbaren biologischen Aspekte verneinen, sind in der Bringschuld. Sie müssen beweisen, dass evolutionsbiologische Mechanismen nur auf äußerliche Merkmale einen Effekt haben. Anders formuliert: sie müssen beweisen, dass bspw. eine Pflanze oder eine Qualle sich nur durch ihre Gestalt von Menschen unterscheidet. Wie könnte es anders sein? Die durch die Umweltbedingungen hervorgerufenen Selektionsfaktoren haben doch keinen Einfluss auf das Innere, auf die Aspekte der biologischen Konstitutionen, die man nicht visuell erfassen kann. Das ist ihre infantile Position, oder besser gesagt, ein Teil ihres idealistischen Wahns.


Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es im Westen in der Beziehung aktuell natürlich nicht, weil die Karriere eines jeden Wissenschaftlers zerstört wird, der sich diesem Gegenstand annähert. Beweismaterial vergangener Epochen werden zensiert - und nein, für die Dummen unter euch, ich rekurriere hier nicht auf die Rassenlehre der Nazis, die genauso von Idealismus motiviert war wie der egalitäre Standpunkt von Scobel. Natürlich sind also die Beurkundungen der Unterschiede in unserer spezifischen sozialen Ordnung limitiert auf die, die sich unzweideutig in konkreter Manier manifestieren - und selbst hier wird noch vieles verneint, wie man am Beispiel von Scobel sieht, der groteskerweise nicht mehr anerkennen will als diese zwei Unterschiede. Bei Individuen, die die Gleichheit aller Menschen postulieren, scheint die Ignoranz wirklich keine Grenzen zu kennen.

 

54:35

Also, dass er dieses Zeugnis von idealistischer Verblendung, das genug Material bietet um noch ein Video mit der selben Laufzeit zu produzieren, ernsthaft als eine Vermittlung von naturwissenschaftlichen Grundlagen wertet, setzt dem Ganzen die Krone auf und exemplifiziert das Niveau der offiziellen Wissensvermittlung in unserer Zeit.

Ich für meinen Teil schließe mit dem Hinweis auf das Verinnerlichen des Dogmas der Gleichheit und der Ignoranz gegenüber des Phänomens der Varianz, die den meisten Fehlgriffen von Scobel den Weg ebneten. Zwei Vergehen, die von autorisierten Personen des öffentlichen Lebens aufgrund ihres physiologischen Bedürfnisses nach Geborgenheit regelmäßig begangen werden und demnach nicht wenige Größen des hegemonialen Diskurs der Gegenwart voraussetzen. Wer aber bedarf Geborgenheit? Nicht etwa die Schwäche, die das barsche Wesen der Wirklichkeit nicht erträgt? Wollen wir wirklich von ihr vereinnahmt werden, die gesellschaftlichen Prozesse gemäß der Ansichten der Scobels dieser Welt gestalten, uns als Kollektiv wirklich vor den Tatbeständen des Daseins immunisieren. Nun, das würde der bestehenden Macht so passen!


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